Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB) für den Behandlungsvertrag
1. Geltungsbereich
1.1 Diese Allgemeinen Geschäftsbedingungen (im Folgenden „AGB") gelten für sämtliche physiotherapeutischen Leistungen, die zwischen Linda Carlozzo, BSc, freiberufliche Physiotherapeutin, mit Berufssitz in Schnirchgasse 12, 1030 Wien (Gemeinschaftspraxis Physelis) (im Folgenden „Physiotherapeutin"), und der Patientin / dem Patienten (im Folgenden „Patient:in") erbracht werden.
1.2 Diese AGB bilden die Grundlage des Behandlungsvertrags. Mit der Inanspruchnahme einer Behandlung erkennt die Patient:in diese AGB an. Abweichende Vereinbarungen bedürfen zu ihrer Wirksamkeit der Schriftform; eine E-Mail genügt der Schriftform.
1.3 Diese AGB gelten sowohl für Behandlungen im Rahmen eines Kassenvertrags mit der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) als auch für Wahltherapie-Behandlungen auf Privatrechnung mit anschließender (Teil-)Kostenrückerstattung durch den Krankenversicherungsträger.
2. Voraussetzungen für die Behandlung
2.1 Ärztliche Verordnung: Für eine physiotherapeutische Behandlung benötigen Sie vor Behandlungsbeginn eine ärztliche Verordnung einer dazu befugten Ärztin / eines dazu befugten Arztes. Die Verordnung muss neben Ihren persönlichen Daten enthalten:
eine medizinische Diagnose,
die Indikation zur Physiotherapie,
die Art und Anzahl der verordneten physiotherapeutischen Leistungen sowie deren Dauer.
2.2 Bei Behandlungen auf Rechnung der ÖGK ist die ärztliche Anordnung durch eine:n Vertragsärzt:in, eine Vertragsgruppenpraxis, eine Primärversorgungseinheit oder eine Krankenanstalt erforderlich. Eine chefärztliche Bewilligung ist derzeit nicht erforderlich, sofern sich die rechtliche Lage nicht ändert.
2.3 Vom Erfordernis einer ärztlichen Verordnung kann nur abgesehen werden, wenn die Leistung ausschließlich zur Prävention in Anspruch genommen wird. Präventive Leistungen dürfen berufsrechtlich nur an gesunden Personen erbracht werden. Sollten Sie an Schmerzen oder anderen behandlungsbedürftigen Beschwerden leiden, sind Sie verpflichtet, dies vor Behandlungsbeginn mitzuteilen.
2.4 Sie sind verpflichtet, alle für die Behandlung relevanten gesundheitlichen Informationen vollständig und wahrheitsgemäß mitzuteilen. Für nicht oder unrichtig erteilte Informationen wird keine Haftung übernommen.
3. Terminvereinbarung, Absage und Stornogebühr
3.1 Termine werden persönlich, telefonisch oder per E-Mail vereinbart. Mit der Vereinbarung eines Termins kommt ein verbindlicher Behandlungsvertrag zustande.
3.2 Wenn Sie einen vereinbarten Termin nicht wahrnehmen können, sagen Sie diesen bitte spätestens 24 Stunden vor dem vereinbarten Termin ab. Bei Terminen am Montag muss die Absage spätestens am Freitag der Vorwoche bis Praxisschluss erfolgen.
3.3 Bei nicht oder zu spät abgesagten Terminen behält sich die Physiotherapeutin das Recht vor, den ausgefallenen Termin in Höhe des vollen Behandlungshonorars in Rechnung zu stellen. Diese Kosten sind nicht beim Krankenversicherungsträger einbringbar und sind von der Patient:in selbst zu tragen — auch bei Behandlungen, die ansonsten über die ÖGK abgerechnet werden.
3.4 Im Fall höherer Gewalt oder unvorhersehbarer schwerwiegender Ereignisse (z. B. plötzliche schwere Erkrankung, Unfall) wird auf eine Stornogebühr verzichtet, sofern dies glaubhaft gemacht werden kann.
4. Honorar und Zahlungsbedingungen
4.1 Bei Behandlungen mit Kassenvertrag (ÖGK) erfolgt die Abrechnung direkt zwischen Physiotherapeutin und ÖGK gemäß der jeweils gültigen Rahmenvereinbarung zwischen ÖGK und Physio Austria. Eine Zuzahlung kann sich aus den jeweils geltenden Tarifen ergeben.
4.2 Bei Wahltherapie-Behandlungen erfolgt die Bezahlung direkt durch die Patient:in nach Erhalt der Honorarnote. Die jeweils gültigen Honorarsätze sind in der Praxis ausgehängt und werden auf Anfrage bekanntgegeben. Die Bezahlung erfolgt unmittelbar nach der Behandlung oder aber geblockt am Ende des Monats (je nach Vereinbarung) in bar, per Bankomat oder per Banküberweisung mit einer Zahlungsfrist von 14 Tagen ab Rechnungsdatum, sofern nichts anderes vereinbart wurde.
4.3 Bei Zahlungsverzug ist die Physiotherapeutin berechtigt, gesetzliche Verzugszinsen in Höhe von 4 % p.a. (§ 1000 ABGB) sowie notwendige Mahn- und Inkassospesen in Rechnung zu stellen.
4.4 Hausbesuche sind nach Verfügbarkeit und mit entsprechender ärztlicher Bewilligung möglich. Zusätzlich zum Behandlungshonorar wird ein Wegegeld nach den jeweils gültigen Tarifen verrechnet, das vor Terminvereinbarung mitgeteilt wird.
5. (Teil-)Kostenrückerstattung bei Wahltherapie
5.1 Patient:innen, die eine Wahltherapie in Anspruch nehmen, können die bezahlte Honorarnote bei ihrem Krankenversicherungsträger zur (Teil-)Kostenrückerstattung einreichen.
5.2 Voraussetzung dafür ist die vor Behandlungsbeginn ausgestellte — bei Bedarf chefärztlich bewilligte — ärztliche Verordnung sowie die quittierte Honorarnote. Die Höhe der Rückerstattung richtet sich nach den Tarifen Ihres Krankenversicherungsträgers und liegt nicht im Einflussbereich der Physiotherapeutin.
5.3 Die Physiotherapeutin ist nicht verpflichtet, Anträge zur Kostenrückerstattung für die Patient:in einzureichen, kann dies aber auf Wunsch unterstützen.
6. Behandlungsumfang und Behandlungsende
6.1 Der Umfang der Behandlung ergibt sich aus der ärztlichen Verordnung. Sollte eine darüber hinausgehende Behandlung erforderlich sein, ist eine neue ärztliche Verordnung erforderlich.
6.2 Die Behandlung endet entweder mit Erreichen der in der Verordnung festgelegten Anzahl an Einheiten, im Einvernehmen zwischen Physiotherapeutin und Patient:in oder im Falle eines wichtigen Grundes durch einseitige Beendigung durch die Physiotherapeutin (insbesondere bei wiederholten Terminversäumnissen, fehlender Mitwirkung oder mangelnder Therapietreue).
7. Verschwiegenheit und Datenschutz
7.1 Die Physiotherapeutin unterliegt der berufsrechtlichen Verschwiegenheitspflicht gemäß § 11b MTD-Gesetz. Sämtliche im Rahmen der Behandlung anvertrauten oder bekannt gewordenen Informationen werden vertraulich behandelt.
7.2 Davon ausgenommen ist die behandlungsbezogene Kommunikation mit der verordnenden Ärztin / dem verordnenden Arzt sowie mit weiteren an der Behandlung beteiligten Gesundheits- und Pflegeberufen, soweit dies zur Behandlungsoptimierung erforderlich und vom Berufsgesetz gedeckt ist.
7.3 Die Verarbeitung personenbezogener Daten erfolgt nach Maßgabe der [Datenschutzerklärung]([LINK ZUR DATENSCHUTZ-SEITE]), die integraler Bestandteil dieser AGB ist.
8. Haftung
8.1 Die Physiotherapeutin haftet für Schäden nur bei Vorsatz und grober Fahrlässigkeit. Die Haftung für leichte Fahrlässigkeit ist — soweit gesetzlich zulässig — ausgeschlossen. Der Haftungsausschluss gilt nicht bei Verletzung von Leben, Körper oder Gesundheit oder bei Verletzung wesentlicher Vertragspflichten.
8.2 Die Haftung ist der Höhe nach jedenfalls auf die Deckungssumme der bestehenden Berufshaftpflichtversicherung begrenzt.
8.3 Für mitgebrachte Wertgegenstände wird keine Haftung übernommen. Das Mitbringen erfolgt auf eigene Gefahr.
8.4 Die Mitwirkungspflicht der Patient:in (vollständige Anamnese, Befolgung therapeutischer Empfehlungen, Mitteilung relevanter gesundheitlicher Veränderungen) bleibt unberührt. Für Schäden, die durch die Verletzung dieser Mitwirkungspflichten entstehen, wird keine Haftung übernommen.
9. Anwendbares Recht und Gerichtsstand
9.1 Auf das Vertragsverhältnis kommt ausschließlich österreichisches Recht unter Ausschluss seiner kollisionsrechtlichen Verweisungsnormen und des UN-Kaufrechts zur Anwendung.
9.2 Erfüllungsort für sämtliche gegenseitigen Leistungen aus dem Behandlungsvertrag ist der Berufssitz der Physiotherapeutin.
9.3 Für Streitigkeiten aus diesem Vertragsverhältnis ist das sachlich zuständige Gericht am Berufssitz der Physiotherapeutin zuständig, soweit zwingende Verbraucherschutzbestimmungen (§ 14 KSchG) nicht entgegenstehen. Verbraucher:innen mit Wohnsitz in Österreich können nur an dem Gericht geklagt werden, in dessen Sprengel sie ihren Wohnsitz haben.
10. Online-Streitbeilegung und Verbraucherschlichtung
Die Europäische Kommission stellt eine Plattform zur Online-Streitbeilegung (OS) bereit: https://ec.europa.eu/consumers/odr. Die Physiotherapeutin ist weder verpflichtet noch bereit, an einem Streitbeilegungsverfahren vor einer Verbraucherschlichtungsstelle teilzunehmen.
11. Schlussbestimmungen
11.1 Sollten einzelne Bestimmungen dieser AGB ganz oder teilweise unwirksam sein, so berührt dies nicht die Wirksamkeit der übrigen Bestimmungen. Die unwirksame Bestimmung wird durch eine wirksame Regelung ersetzt, die dem wirtschaftlichen Zweck der unwirksamen Bestimmung am nächsten kommt.
11.2 Es bestehen keine Nebenabreden zu diesen AGB. Änderungen bedürfen der Schriftform; das Schriftlichkeitserfordernis wird auch durch eine Übermittlung per E-Mail gewahrt.
11.3 Stand dieser AGB: August 2026